Die Sonne ist weg, weg…

Eine Weile ist es nun schon her, daß wir wieder eine tolle Woche im schönen Südtirol hatten. Wir hatten Berge, Maronen, besten Käse und zum Glück auch Sonne. Bis, ja bis…

Es begab sich wie folgt: An einem besonders schönen Urlaubstag bestand die Kurze darauf mal nicht wandern zu gehen, sondern den ganzen lieben langen Tag auf dem Campingplatz zu verdüddeln. Die Sonne schien warm vom Himmel und der Campingstuhl in Liegeposition winkte uns freundlich zu sich herüber – die Entscheidung fiel nicht schwer.

So hielten wir unsere Gesichter gerade den wärmenden Strahlen entgegen, als wir ein knirschendes und knackendes Geräusch hörten – da wurde einem Ast Gewalt angetan. Während man sich noch verwundert umsah, verdunkelte sich der freundliche Oktoberhimmel und ein großes Ungetüm schob sich langsam auf den Nachbarplatz​.

Es war so groß, so riesig – fast erwartete man, daß eine ganze Fußballmannschaft auf den Platz stürmen würde, sobald sich die Türen öffneten. Aber mitnichten – lediglich zwei Personen gingen von Bord, sahen sich kurz um und zogen sich dann wieder in den Schutz ihres Mutterschiffes zurück.

Was blieb war eine weiße Wand, die sich in den Himmel erhob. Fast wähnte man sich in einer Trabantensiedlung wie Berlin-Marzahn, aber dann fiel es uns wieder ein. Nee, wir sind ja campen. Was wir ja eigentlich auch machen, um dem Großstadtflair für ein paar Tage zu entfliehen. Schwierig angesichts eines solchen Ausblickes.

Diese Geschichte lässt mir seitdem keine Ruhe: Die RIESENWOHNMOBILE.

Wer mir auf Instagram folgt, hat vielleicht schon das obige Foto gesehen und auch den folgenden Kommentar von Maresanne gelesen:

Das hatten wir auch einmal und haben dann den Stellplatz gewechselt. Da ist m.E. auch der Platzbetreiber gefordert darauf zu achten, dass nicht ein „Camper“ einigen anderen Licht, Sonne und die komplette Aussicht nimmt. Ist das noch Camping? In diesen Dimensionen für mich nicht mehr.

Passenderweise wurde in der Caravaning 12/2017 auch prompt ein Leserbrief abgedruckt, in dem eine Leserin über eine ganz ähnliche Situation schreibt:

Weiße Wand statt schöner Aussicht

Auf einem Campingplatz an der oberen Adria standen wir in der zweiten Reihe zum Strand hin, mit seitlicher Sicht den Weg entlang zum Meer, schön. Dann kommt der Nachbar für den vorderen Platz – ein riesiges Wohnmobil. Gerade noch mit den erlaubten vier Meter Höhe und so lang, dass es ein Stück in den Weg steht. Fazit: Sonne weg bis frühen Nachmittag, Sicht seitwärts auch weg, eine weiße Wand, wenn wir unseren „kleinen“ Wohnwagen verlassen. In eine Wohnung mit dieser „Aussicht“ würde ich nie ziehen, für zwei Monate muss ich das aushalten, ich bin kurz vor der Platzangst. Für die Hundehalter hat man einen schönen separaten Platzteil geschaffen, warum können diese Wohnmobilriesen nicht auch auf einem separaten Platzteil stehen? Ganz nobel unter sich.

Quelle: Caravaning, 12/2017, S. 81

Beide sprechen mir aus der Seele und zeigen die Problematik einer solchen Situation auf.

Allein die Vorstellung, dass man sich schön auf seinem Platz eingerichtet hat, um sich dann genötigt zu sehen, alles abzubauen und umziehen, finde ich schon maximal anstrengend. Noch viel frustrierender, wenn sich diese Option auf Grund eines vollbesetzten Platzes gar nicht erst ermöglicht.

Auch ich frage mich, ob in Anbetracht der offenbar zunehmenden Zahl dieser rollenden Riesen nicht auch Platzbetreiber ihre Platzanordnung überdenken sollten. So stand bei unserer Ankunft ein Riesenmobil auf einem Stellplatz am Rand und konnte so auch niemandem die Sicht bzw. Sonne nehmen. Dies ist weitaus passender als eine  riesige Bastion mitten auf dem Platz, in deren Schatten sich die Kleineren gruppieren. Und wenn diese Plätze limitiert sind, dann kann Platzbetreiber womöglich auch nur eine begrenzte Anzahl der weißen Riesen annehmen.

Für das nächste Jahr haben wir uns auf jeden Fall schon mal einen Platz gesichert, der gegen eine mögliche Hochhausinvasion gefeit ist. Hier gucken wir zwar auf das Poolmäuerchen, aber das ist zum Glück nur 1,70m hoch und schön gelb angemalt. 😉

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