O’campt is‘- auf Meck-Pomm’s Seen. Bro-getestet: Camping- und Ferienpark Havelberge, Userin

Faul auf der Haut liegen geht nicht in der Mecklenburgischen Seenplatte – zu viele Seen und Flüsschen verlocken zu ausgedehnten Paddeltouren. Der Camping- und Ferienpark Havelberge macht es einem doppelt schwer, wirft er doch noch einen Kletterpark und jede Menge Radwege in den Ring. Ein Triathlon der besonderen Art in den Havelbergen.
Camping Havelberge

Hinweis: Dieser Blogpost enthält unbezahlte Werbung durch Nennung von Marken.

Wenn das Wetter noch nicht die nötige Sonnenschein-Garantie zum maßlosen Rumlümmeln am See gibt, kann es helfen einen Campingplatz mit Alternativprogramm zu wählen. Die Havelberge sind voll mit Alternativen und ein normales Wochenende hätte nicht gereicht, um diese alle zu testen. Was ein Glück, dass unser diesjähriges Ancampen auf ein verlängertes Wochenende fiel und so jede Menge Zeit blieb, um diesen schönen Platz zu erkunden.

Lage

15 Auto-Minuten von Neustrelitz entfernt, inmitten eines schönen Kiefernwaldes liegt der Camping- und Ferienpark Havelberge am Woblitzsee. Von hier aus lässt sich die Mecklenburgische Seenplatte sowohl mit Paddel als auch mit dem Fahrrad wunderbar entdecken. Eine kinderfreundliche Tour mit dem Kanu führt bspw. nach Wesenberg, wo direkt am Wasserwanderplatz auch die alte Wesenburg liegt. Mit dem Fahrrad schaffen die Kurzen auch locker eine Fahrt nach Neustrelitz, um die alte Hafenstadt mit ihrem schönen Schlossgarten zu erkunden. Auf dem Weg dahin solltet ihr auch Zeit für einen Stopp am Slawendorf Neustrelitz einplanen, das für Kinder ein umfangreiches Programm anbietet.

Für größere Touren bietet sich der Müritz-Nationalpark mit seinen Wäldern, Seen und der großen Artenvielfalt an.

Der Woblitzsee selbst ist recht groß, sein Wasser leider etwas bräunlich-trüb – da sind wir durch den Camping Rehberge am nicht weit entfernten Wurlsee mit seinem glasklaren Wasser etwas verwöhnt – das tut der Freude aber keinen Abbruch und trotz der noch frühlingshaften Temperaturen wurde sich bereits fröhlich in die Fluten gestürzt.

Die Lage ist top und verdient 5 von 5 Punkten.

Stellplätze

Der sehr große und weitläufige Platz hat insgesamt 315-Touristen Stellplätze unterschiedlichster Natur. Es gibt Plätze mit Seeblick, die schattig-ruhige Waldidylle und die sonnig-grüne Wiese am kleinen Naturbadeteich mit Kinderspielplatz.

Die Größe der Plätze reicht von 80 bis über 180qm – Hola die Waldfee, oder?! Allesamt mit Rasen und sehr gepflegt. Es gibt ausgewiesene Komfortplätze, die mit Strom, Abwasser und TV-Anschluss ausgestattet sind. Diese und auch die Plätze mit „besonderer Lage“ – z.B. Seeblick – sind mit Aufpreis versehen.

Wir waren zwar in der Nebensaison vor Ort, aber durch die hügelige und terrassierte Anordnung würde ich denken, dass auch in der Hochsaison die Anlage noch großzügig genug ist und man sich nicht beengt fühlt.

Für die Plätze entlang des Woblitzweg sei allerdings ein Wort der Warnung ausgesprochen: Wir standen (mit wunderschönem Seeblick!) auf Platz B25. Dieser befindet sich jedoch mittig einer Anhöhe und die ist – zumindest aus Wohnwagen-Rangier-Sicht – recht steil. Zwar sind die Plätze rechts und links davon terrassenartig angeordnet und relativ eben (Auffahrkeil und ein auf einem Stück Holzbalken voll ausgedrehtes Stützrad vorausgesetzt), aber der Weg selber bleibt steil. Wie wir den Wohnwagen ohne Mover gefahrlos auf den Platz und vor allem wieder runter hätten rangieren sollen, wüsste ich nicht. Zumal wir auch bei der Abreise recht spät dran und dank Nebensaison weit und breit keine weiteren Camper mehr zu sehen waren, die uns hätten zur Seite springen können. Wer also einen Mover hat, braucht hier keine Sorge zu haben. Wer mit Muskelkraft schiebt, sollte zumindest zeitig anreisen, denn es gibt für diese Plätze bei Bedarf wohl auch Hilfestellung durch einen Traktor, der den Caravan auf den Platz zieht. Das aber nur bis zu einer gewissen Uhrzeit.

Platz B 25
Sieht gar nicht so steil aus, aber 1,7 t ändern den Blickwinkel

Stellplatztechnisch ist also wirklich für jeden etwas dabei und das ist 5 von 5 Punkten wert.

Ausstattung

Wohin in Havelberge

Jetzt haltet euch fest, denn hier dreht der Camping Havelberge so richtig auf.

Vorweg möchte ich sagen, dass wir ja nicht so unbedingt die Freunde von „Halli-Galli-hier-was-da-was-und-den-ganzenTag-jagt–eine-Animation-die-Nächste“-Plätzen sind, aber die Havelberge machen das (zumindest in der Nebensaison) so nett und durch die Weitläufigkeit auch in gewissem Maße unaufdringlich, dass es uns überhaupt nicht gestört hat.

An dieser Stelle geben wir auch ein extra dickes Lob für die Mitarbeiter und Service-Orientierung des Camping Havelberge. Egal, ob an der Rezeption, am Trampolin, im Kletterpark oder im Restaurant. Alle, wirklich alle, Mitarbeiter waren so freundlich und hilfsbereit, dass es eine wahre Freude war. Da werden einem auch im Supermarkt für den nächsten Morgen extra Rosinenbrötchen ins Angebot gebracht und die Tür auch nach Ladenschluss noch einmal schnell geöffnet, damit der vergessene Grillsenf nachgekauft werden kann. Toll, toll, toll!

Der vergessene Grillsenf ist dann auch direkt das Stichwort: Der Platz wartet mit einem sehr gut sortierten kleinen Supermarkt auf, der morgens frische Brötchen und Backwaren anbietet und auch sonst alles im Angebot hat. Sogar einen Movera-Service gibt es. Wer also feststellt, dass alle Campingstühle zu Hause in der Garage stehen, kann via Katalog bestellen und sitzt drei Tage später auf neuen Stühlen. Am See gibt es noch den kleinen See-Kiosk, der mit Fischbrötchen, Pommes und Eis den kleinen Hunger stillt. Wer also nicht mag, muss den Platz während seines gesamten Aufenthaltes nicht einmal verlassen, nur um für Leib und Wohl zu sorgen.

Und hier kommen wir zum einzigen Wermutstropfen, der das Bild ein wenig trübt. Denn für das leibliche Wohl sorgt eigentlich auch das Restaurant Havelberge. Die Karte sah vielversprechend aus, also blieb am letzten Abend die Wohnwagenküche kalt und wir freuten uns auf „Kalbsschnitzel mit Pommes und Salatbouqet“. Hmm, was soll ich Restaurant Havelbergesagen…für €16,40 erwarte ich dann aber auch ein schön plattiertes Kalbschnitzel in einer knusprigen Panade, die sich in lockeren Wellen um das Fleisch schmiegt. Ihr seht was kam – mein Eindruck: Ein Fertigschnitzel (TK-Ware würde ich nicht ausschließen) frisch aus der Fritteuse gezogen, mit einem glänzenden Fettfilm auf der kompakten Industriepanade. Böse Zungen würden zudem Stein und Knochen schwören, dass es sich hierbei nicht um Kalb- sondern Schweinefleisch handelte. Wäre grundsätzlich ok gewesen, wir hegen da keine Aversion, aber dann sollte es so auch in der Karte stehen. Nein, das war leider sehr enttäuschend und trübt unsere Lobeshymnen etwas. Ein ganz klein wenig rausgerissen hat es aber auch hier wieder die sehr freundliche Bedienung.

Über den Platz verteilt gibt es vier Servicehäuser mit Sanibereich und Spülgelegenheiten.

Auf dem Parkplatz vor der Schranke gibt es eine Ver- und Entsorgungstation für Wohnmobile und Toilettenkassetten. Auch mit Gespann kann man hier gut ranfahren.

Spannend sind die Havelberge auch für „Drum-prüfe-wer-sich-länger-bindet-Fast-Caravaner“. Es gibt Mietwohnwägen mit Blick auf den See: große Camper-Caravans von Dethleffs mit vorgebauter Terrasse. Hier kann also vor schönster Kulisse probiert werden, ob frau bzw. man für das Leben in der Wohndose gemacht ist. Für das gesetztere Volk gibt es aber auch Miethütten in vielen unterschiedlichen Varianten: von der Datsche im Ostalgie-Schick bis hin zum roten Schwedenhäuschen.

SpielplatzEs gibt einen Kinderspielplatz mit Trampolinanlage (€2/10Min. – moderat finde ich) und einen kleinen Spielplatz am Badeteich. Besonderes Kids-Highlight wird in der Hauptsaison sicher auch das Tipi-Dorf, in dem dann für die Kinder auch Übernachtungen stattfinden. Leider war es Anfang Mai noch nicht wiederaufgebaut.

Die Übernachtungen sind Teil des Kinder-Programms, das der Platz auch in der Nebensaison anbietet. Ausprobiert haben es die CARAVANication-Kids nicht, daher fehlt hier der Bericht aus erster Hand.

Zu den Besonderheiten des Camping Havelberge gehören für mich: der tolle Kletterpark mitten auf dem Platz, das anliegende Kanu- und Paddelzentrum und die kleine, aber feine See-Sauna.

Auch im Hochseilgarten sind die Mitarbeiter sehr freundlich, kompetent und geduldig. Für kleinere Kletterer gibt es einen Kinderparcours. Wer die 135cm-Marke knackt, darf in die luftigen Höhen der großen Parcours hinaufklettern und dort mit einem Fahrrad über eine schmale Holzbrücke radeln, sich von Stange zu Stange hangeln, um schließlich noch sein Free-Climber-Talent unter Beweis zu stellen – natürlich alles gut gesichert und behelmt.

Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch empfehlen, jeden Parcours vorab komplett abzulaufen, bevor man sich auf „Ja, klar, das schaffen wir!“ ihrer 9-jährigen verlässt. Denn sonst kann es eben passieren, dass man sich plötzlich 10 Meter über dem Waldboden mit einer zitternden 9-Jährigen wiederfindet, die das dann alles doch nicht mehr ganz so prall findet. Durchgezogen hat die Kurze dann aber trotzdem noch – kleine Beisserin – und zur Not hätte uns sicher jemand gerettet. Anlässlich der Walpurgis-Nacht gab es ein schön-schauriges Hexenevent mit Live-Musik, kleiner Aufführung und Dunkel-Klettern im Kletterpark.

Für Campingplatz-Besucher sind die Preise im Kletterpark übrigens etwas reduziert!

Aus der Luft geht es dann ab aufs Wasser: Zu Viert bietet sich ein Kanu an – das gab es auch für noch mehr Personen, aber auch Paddelboote und Stand-Up-Paddlingboards stehen zum Verleih. Der See und die Umgebung bieten auch Touren für mehrere Tage an. Wer es lieber entspannt mag, kann sich ein motorisiertes Floß mieten und schön gemütlich über den Woblitzsee schippern.

Wesenberg I

Wir haben lieber fleissig gepaddelt, um dann schön in der Sauna zu entspannen. Die See-Sauna ist auf max. 6 Personen ausgerichtet und kann nur nach Anmeldung (und extra Obolus in Höhe von €6,50/Pers.) besucht werden. Mit Blick auf den See lässt es sich gleich viel netter schwitzen und durch den eigenen kleinen abgeschirmten Außenbereich auch direkt darin abkühlen. Toll für Gewitternachmittage!

Wir vergeben 4,5 Punkte. Fast schon Topleistung – das halbe Pünktchen behalte ich mir vor für das nächste Schnitzel-Testessen.

Sani

In der Nähe des Badeteiches liegt das Größte der vier Sanihäuser. Es ist recht neu und Sanihaussehr großzügig gestaltet. Schön ist der separate Kinderbereich mit eigenen Duschen. Aber auch an den übrigen Sanihäusern gab es nichts zu mosern. Schlicht gehalten, dabei aber immer sauber und gepflegt.

Geduscht wird mit Duschkarte. Das fand ich etwas besonders. Ich versuch das mal kurz darzustellen: Wenn Warmwasser marsch, dann Duschkarte auf das Lesegerät. Wenn Warmwasser stopp, muss Duschkarte runter vom Lesegerät. Zeit zum einseifen. Warmwasser marsch, Duschkarte wieder auf das Lesegerät – und so weiter. So wird sekundengenau abgerechnet. Fair – nur dauerhaft auf dem Lesegerät liegenlassen darf man die Duschkarte nicht, denn dann wird weiter abgebucht! In Summe kosten 3 Min. duschen €0,90.  Kaltwasser-Liebhaber, duschen umsonst. Brrr!

Alles in allem 4 Punkte.

Preis

Der Stellplatz kostet für Caravan und zwei EW in der Nebensaison €21,- in der Hauptsaison €31,40. Strom wird extra mit €3,40 berechnet und für besondere Stellplätze – also mit Blick zum See sowie für den Komfortplatz wird ein Aufschlag von €1,50 bzw. €4,50 pro Nacht berechnet.

BegrüßungspaketAuch schön: beim Check-in erhält man einen gelben Sack für Verpackungsmüll und einen Gutscheincode für den kostenlosen Download der Camping-App Campodo.

Für ADAC Card Besitzer gibt es in der Nebensaison spezielle Tarife, sowie eine Duschkarte mit €5 Gratisguthaben. Nett!

Für Kurzurlauber wie uns, gibt es das attraktive Angebot: Wer nicht bis um 11 Uhr abreisen mag, kann für läppische €6 noch bis 18.00 Uhr stehen (insofern der Platz nicht bereits für diesen Tag reserviert ist!).

Bro-Bewertung

  • Lage: 5/5
  • Stellplätze: 5/5
  • Ausstattung: 4,5/5
  • Sani: 4/5
  • Gesamt: 4,6/5

Bro gestest Camping HavelbergeDer Camping- und Ferienpark Havelberge erhält fast volle Punktzahl von uns. Das hat er sich auch verdient, denn es ist ein schöner Platz mit einem tollen Angebot, das man nutzen kann, aber nie muss. Der ein prima Team am Start hat, das einem das Gefühl gibt immer willkommen zu sein. Schön, so soll es sein und das Schnitzel kriegen sie sicher auch noch hin.

Camping- und Ferienpark Havelberge, Groß Quassow / Userin, Mecklenburg-Vorpommern, T 03981 24790, E info@haveltourist.de, www.haveltourist.de/camping-ferienpark-havelberge.html

Hinweis: Für diese vorgenommene Campingplatzbewertung habe ich keinerlei finanzielle oder andersartige Form der Gegenleistung erhalten.

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