„Darf’s ein bisschen mehr sein?“ – Der Caravan-Neuling im Zubehör-Kaufrausch…

Ich bin tendenziell der „ein Bisschen mehr“-Typ. 32gr mehr Salami oder 58gr mehr Käse – die nick ich an der Theke immer ab und kann mich nicht erinnern die Bedienung je  darum gebeten zu haben, wieder etwas wegzunehmen. Nickt man beim Zubehörkauf allerdings auch so locker flockig alles ab, kann das schnell teuer werden.

Hinweis: Dieser Blogpost enthält unbezahlte Werbung durch Nennung von Marken.

Ein neuer Wohnwagen kommt ja in der Regel nackig. Gut, Polster, Matratzen und eine Klobrille sollten schon drin sein, aber das ganze andere Gedöns, dass das Caravaner-Dasein so heimelig macht, muss erstmal rangeschafft werden. Vieles war und ist sinnvoll, einiges weniger.

Wir sind recht spontan zu unserem Bro gekommen und somit hieß es hurtig mit dem Zubehör auseinandergesetzt, damit noch in der laufenden Saison direkt losgecampt werden konnte. Es gibt bereits im Netz viele Tipps und auch Übersichten (für mich die beste Liste: Erstausstattung für den Wohnwagen von Camperstyle), die gerade für Einsteiger sehr hilfreich sind. Ich fühlte mich bisweilen dennoch ein wenig ratlos, da ich bei manchen Dingen gar nicht wusste, wozu, weshalb und warum ich diese überhaupt benötige.

Deswegen hier eine kleine Übersicht der Dinge, die sich für uns unbedingt bewährt haben und jener, die ein Fehlgriff waren und warum. Dabei beschränke ich mich in diesem Beitrag sowohl auf die größeren Anschaffungen als auch die unabdingbaren Sachen, verzichte aber auf Kochtöpfe und Emaille-Becher (von denen wir mittlerweile eindeutig zu viele haben):

Wir wollen nicht mehr ohne…

  • Adapter für Ausdrehstützen

Adapter für AusdrehstützenKleines aber feines Detail! Zwar erhält man mit seinem Wohnwagen in der Regel eine manuelle Drehhilfe für die Stützen. Wer aber wie wir häufig den Platz wechselt, oder am Freitagabend spät auf dem Platz aufschlägt, freut sich über diesen verlängerten Adapter, der zusammen mit einem Akku-Schrauber die Stützen im Null-Komma-Nix runterdreht.

  • UnterlegscheibenUnterlegscheiben für Caravan-Stützen

Gerade bei nassem oder matschigem Untergrund sind Unterlegscheiben für die Wohnwagen-Stützen ein Muss. Sie verhindern, dass die Stützen im Moder versinken und sorgen für einen stabilen Stand.

  • Auffahrkeile

Auffahrkeil zum ausrichten des CaravansBislang haben wir 11 Campingplätze besucht (ja, wir sind noch Frischlinge) und auf genau zweien davon konnten wir ohne Keil stehen, da der Boden eben genug war. Bei allen übrigen war mindestens ein Keil die Regel. Wozu das Ganze? Ist der Wagen nicht richtig austariert, steht er schief. Steht der Wagen schief, rollen die Malstifte vom Tisch = genervtes Geschrei von den CARAVANication-Kids und funzt der Wasserzulauf nicht so recht = genervtes Gebrummel vom CARAVANication-Mann.

Über die Stützen des Wohnwagens sollte der Wagen übrigens nicht austariert werden. Bei zu hoher, anhaltender Belastung leiden die Stützen und im Extremfall geht es auch auf das Chassis.

  • CEE-Verängerungskabel

Um euren Caravan auf dem Campingplatz mit Strom versorgen zu können, benötigt ihr ein sogenanntes CEE-Kabel. Euer Wohnwagen wird einen CEE-Anschluss haben und auch die meisten Plätze verfügen über diesen Anschluss. Da kommt ihr mit einem haushaltsüblichen Verlängerungskabel nicht weit.

 

  • Kabelrolle

Nicht immer ist der Stromanschluss am Stellplatz in unmittelbarer Nähe zum Stromanschluss eures Wohnwagens. Eine 25m Kabelrolle, die für den Außeneinsatz geeignet ist, hilft da ungemein.

Nachtrag: Als ich diesen Post veröffentlichte habe ich unwissentlich eine „normale“ Kabeltrommel abgebildet und somit direkt einen Anfängerfehler gemacht! (siehe dazu auch: Pleiten, Pech und Caravan). Den Mitgliedern des Wohnwagen-Forums sei dank, denn ein aufmerksamer Forest und Leser meines Blogs hat mich darauf hingewiesen, dass hier jedoch dringend eine sogenannte „Kabeltrommel H07RN-F 3G2,5″ und keine Standard-Kabeltrommel verwendet werden sollte. Es kann sonst passieren, dass im Ernstfall:

… im Sicherungskasten die Sicherung nicht die stromführende Phase abtrennt, sondern den Neutralleiter. Das könnte also im Störfall dazu führen das die Sicherung nicht wirkt. Das will doch keiner, also bitte nicht weiter empfehlen und besser auch nicht selbst machen.

Uff, zwei Saisons lang Glück gehabt und direkt in eine Caravan-gemäße Kabelrolle investiert. Bild wird nachgereicht!

Außerdem habe ich kürzlich erst gelesen, dass bei der Verwendung einer Kabelrolle, das Kabel komplett abgerollt werden soll, um Wärme zu vermeiden. Kiek an – auch wieder was dazu gelernt.

  • Sackmarkise mit Front- und Seitenteilen

Wir nutzen den Caravan häufig für Wochenend-Ausflüge. Ich bin eine ausgesprochene Schatten-Freundin, die es beim Frühstück nicht mag, wenn ihr die Butter in der prallen Sonne davonläuft. Daher wäre zumindest die Anschaffung eines Sonnensegels Pflicht gewesen. Allerdings muss ja im guten Deutschland auch immer mit einem spontanen Wintereinbruch gerechnet werden. Ein Vorzelt hätten wir daher auch sehr praktisch gefunden. Aber bei jedem Wochendausflug ein Vorzelt aufbauen? Nö, nö, nö! Eine Sackmarkise bietet hier für uns die perfekte Lösung. Sie kann schnell als reine Markise ausgerollt und genutzt werden, oder aber – ergänzt um Front- und/oder Seitenteile als ein komplettes Zelt, falls die Witterung nicht so mitspielt oder zumindest ein wenig Windschutz von Nöten ist.

Ach ja, eine Ecke sollte immer etwas tiefer stehen als die andere, damit das Wasser bei einem Regenguss gut ablaufen kann und die Sackmarkise ihrem Namen nicht alle Ehre macht.

 

  • Sturmbänder für die Markise

Eine Zugabe des Händlers zur Sackmarkise, die sich bewährt hat. Bereits auf unserer Jungfernfahrt an die Ostsee wehte eine „ß“teife Brise, die Sturmbänder aber hielten unsere Markise fest an Ort und Stelle. P.S. In diesem Falle empfiehlt es sich auch einen Gummihammer in Reichweite zu haben.

  • Outdoorteppich

Gestartet sind wir mit einem Outdoorteppich vom großen Schweden (ein Bild davon seht ihr unter dem Punkt „Sackmarkise“ bzw. „Campingtisch). Gerade später in der Saison hat der Rasen auf den Stellplätzen schon etwas gelitten. Da ist es schon angenehm, wenn man als erstes auf eine Unterlage tritt, bevor man in die Schuhe schlüpft. Den Teppich haben wir immer noch und nutzen ihn auch weiter fleissig, trotz des mittlerweile vorhandenen viel größeren Vorzeltteppichs. Allerdings ist der Vorzeltteppich recht dünn und auch luftdurchlässig – wir sind ja gute Camper, die den Rasen schonen wollen, gell?! Der Outdoor-Teppich schützt jetzt zusätzlich vor aufsteigender Nässe und sieht zudem noch hübsch aus. Ich mag Doppelnutzen.

  • CampingtischCampingtisch Dukdalf Stabilic

Hier begleitet uns ein Dukdalf Stabilic Tisch mit verstellbaren Beinen. Sehr praktisch auf unebenen Campingplatzböden. Achtet beim Kauf eines Tisches darauf, dass sich an den schmalen Seiten keine Streben oder der Klappmechanismus befindet, damit auch mehr als zwei Personen am Tisch sitzen können!

  • Campingstühle

Wir haben direkt in gute Campingstühle investiert. Klar, es hätten auch erstmal die preisgünstigen Faltstühle in der praktischen Tragetasche sein können, bei denen man gefühlt 2 cm überm Boden sitzt, dafür aber einen Flaschenhalter hat. Wir aber haben uns doch für richtige Campingstühle mit verstellbarer Rückenlehne entschieden. Vom Packmaß her größer, aber trotzdem echte Leichtgewichte. Mittlerweile haben wir diese noch um ein einhängbares Fußteil ergänzt und so wird im Handumdrehen ein gemütlicher Liegestuhl daraus (da war er wieder der Doppelnutzen.)

 

  • Gasgrill

Weil wir gerne grillen, haben wir uns auch bald einen Gasgrill gegönnt. Nach langem Vergleich haben wir uns den CADAC Safari Chef 2 angeschafft. Praktisch hierbei: der Grill ist sehr leicht und hat ein sehr Wohnwagen-freundliches kleines Packmaß. Besonders praktisch finde ich die verschiedenen Platten: geriffelt für Würstchen, Fleisch und Burger; glatt für Gemüse, Spiegeleier. Mittels eines Aufsatzes kann auch eine Pfanne oder ein Topf auf dem Grill platziert werden. Der Deckel (Achtung: Doppelnutzen!) eignet sich auch zum Kochen. Super, wenn plötzlich Gäste auf der Matte stehen und größere Mengen Pasta-Sauce gefragt sind.

Wir braten nun ausschließlich draußen auf dem Cadac und gar nicht mehr im Wohnwagen. Bratgeruch bleibt ja auch auf so kleinem Raum lange hängen und ich will ja keine Dame vom Grill sein.

Einzig die kurzen Beinchen des CADAC führen – zumindest bei mir – mittelfristig zu einem Haltungsschaden. Wir behelfen uns mit einem Beistelltischchen auf dem der Grill platziert wird. Es wäre toll, wenn es hier eine Ergänzung von Cadac gäbe, mit der der Grill auf eine höhere Ebene gebracht werden könnte.

 

  • Gießkanne

Ein extrem simples, aber umso wichtigeres Zubehörteil. Es sei denn ihr steht darauf einen 40l Wassertank mit Töchterchens Buddeleimer zu befüllen. Gut, jeder Gang macht schlank, aber mit 4x10l Gängen bleibt noch Zeit für ein Bierchen in der Abendsonne.

Wir brauchen keinen…

Dank der hilfrreichen Listen aus dem Netz können wir glücklicherweise nur von zwei Anschaffungen berichten, die sich für uns nicht bewährt haben.

  • Deichselfahrradträger

Direkt beim Händler haben wir beim Kauf auch einen Deichselfahrradträger (leider Deichselfahrradträgervöllig überteuert) für drei Fahrräder erstanden. Dieser hat sich für uns leider gar nicht bewährt. Er wirkte sich zum einen kräftig auf die Stützlast (und die ist ja begrenzt) aus. Darüber hinaus schränkte er den verfügbaren Einlenkwinkel unseres Zugfahrzeugs immens ein (die Beule in der Stoßstange schmerzt heute noch – den Detailbericht gibt es hier). Wir sind nach einer Saison auf einen Fahrradträger für die Heckklappe unserer V-Klasse umgestiegen und die Welt war wieder schön. Haarnadelkurven brauchen wir jetzt nicht mehr zu scheuen.

  • Campingschrank

Über ein Schnäppchen-Portal habe ich noch in der ersten Saison sehr preisgünstig einen Campingschrank erworben. Ich war der Meinung, es wäre unheimlich praktisch ein Teil für all die Dinge zu haben, die wir regelmäßig vor dem Wohnwagen benötigen (Toaster, 4 Teller, Frühstückszutaten). Bislang habe ich ihn 2x aufgebaut. Das liegt u.a. an unserem Reiseverhalten. Wir sind entweder für ein Wochenende unterwegs oder ziehen von Platz zu Platz. In beiden Fällen lohnt der Aufbau nicht. Wer länger an einem Platz verweilt, für den könnte sich eine Anschaffung durchaus lohnen. Allerdings zitiere ich gerne den CARAVANication-Mann: „Wer billig kauft, kauft zweimal!“ Recht hat er. Unser Schnäppchen ist so ein wackeliges Ding, dass es vermeintlich nur eines bösen Blickes bedarf, um ihn in sich zusammenfallen zu lassen. Leicht sollte er zwar sein, aber dennoch stabil.

 

Also Augen auf beim Zubehörkauf und den Geldbeutel fest im Blick behalten.

Da ich aber auch ein neugieriges Eines bin, würde ich gerne auch von euch wissen: Ohne was könnt ihr nicht leben in/an/um euren Caravan und welchen Fehlkauf habt ihr euch geleistet?

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