Von malenden Steinzeitmenschen und paddelnden Landratten. Tour de France die Zweite!

Weiter geht es auf unserer Tour de France – denn Frankreich kann ja soviel mehr als „nur“ Côte D’Azur. Also fahren wir weiter an die wunderschöne Ardéche mit ihren Gebirgszügen, Höhlen und Sehenswürdigkeiten. Auf unserem Weg verlieben wir uns mehr und mehr in dieses trés charmante Reiseland.

Cevennen

Hinweis: Dieser Blogpost enthält unbezahlte Werbung durch Nennung von Marken.

Während unsere 1. Urlaubswoche ganz im Zeichen der entschleunigten Anreise und dem Müßiggang am Meer stand, werden wir in Woche 2 um Einiges aktiver. Vorher kommen wir jedoch noch einmal auf das Stichwort Meer zurück…

Tag 8

Ach ja, so ein Tag am Meer – das wäre wirklich schön! Nachdem uns das Baden in unserer Bucht ja gestern von höchst offizieller Stelle verboten wurde, gehen wir heute auf Nummer sicher und gucken mal, welche Strände die weithin bekannte Côte D’Azur noch so zu bieten hat. Wir landen schließlich am Plage Grigole und so schnell ihr diesen Namen gelesen habt, so schnell vergesst ihr ihn auch bitte wieder, denn empfehlen kann ich diesen Strand eigentlich nicht. Es ist mehr ein schmaler Sandstreifen entlang einer gemauerten Wand, mit der Straße im Rücken. Nö, nicht so schön. Da hat die Côte sicher Besseres in petto. Entdeckt haben wir es leider nicht. Allerdings kann man hier nett schnorcheln. Es gibt ein Areal mit viel Seegras und jeder Menge Fische. Fast fühlt man sich als flöge man wie ein Vogel über eine Unterwasser-Wiese. Und so küren wir an diesem Nachmittag auch das Accessoire des Sommers 2018: die Schnorchelmaske von Decathlon. Gut, eitel darf man nicht sein, aber der Schnorchelkomfort ist ungeschlagen!

Tag 9

So, jetzt wir wollen wir aber Mee(h)r! Wozu sonst sind wir denn bitte ans Mittelmeer gefahren?! Ja, auch das Amt hat ein Einsehen und hat unsere schöne Bucht, die wir seit gestern einmal mehr zu schätzen wissen, auch wieder freigegeben. Na bitte! Geht doch! Und schnorcheln kann man auch hier ganz wunderbar. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

Medi FishAm Abend radeln wir noch einmal gemütlich in den Ort und genießen ganz große Haute Cuisine: Fish&Chips an der Strandpromenade. Medi Fish ist vielleicht kein Michelin-Restaurant, aber vier Sterne kriegen Sie von uns trotzdem. Die Fish&Chips waren frisch zubereitet und genauso, wie sie sein sollten: knusprige Panade, dicke Fritten und diese Remouladen-Soße – köstlich! Selbst englisches Fast Food machen die Franzosen noch einen Tick feiner.

 

Tag 10

Morgen heißt es schon wieder „Au revoir Bonporteau“, daher genießen wir heute noch einmal alle Vorzüge dieses schönen Platzes: den schönen Pool, die Bucht, das Meer und eine leckere Pizza vor unserem Wohnwagen. Musikalisch untermalt wird auch dieser Tag von den unermüdlichen Zikaden, die in die Flügel hauen und bis abends um 8 Uhr ein Zirp-Konzert in Z-Dur abliefern. Ob ich mir davon welche einfangen und mitnehmen kann? Ich werde es vermissen.

Tag 11

Abreisetag! Schon früh am Morgen jammere ich herum, dass ich mich wieder nicht getraut habe, jemand der vielen Camper für meine geplante Serie „CARAVANication-Stories“ anzusprechen. Ich bin ein Feigling. Gut, kein Tag eignet sich für dieses Vorhaben Der Eriba von Melanie & Thomasso gut, wie der eh schon latent stressanfällige Abreisetag. Also mach ich mich noch vor dem Frühstück auf die Pirsch und da ich eh’ eine heimliche Schwäche für die Eriba Caravans habe, gebe ich mir auch genau an einem eben jenem solchen einen Ruck und spreche das Besitzer-Pärchen an. Und Mut wird belohnt: Melanie und Thomas laden mich in ihren Eriba ein und erzählen mehr von sich und ihrem Caravaner-Dasein. Wer mehr darüber lesen möchte, klickt hier.

Und weil es an Verlinkungen in diesem Bericht nicht mangeln soll, macht sich der CARAVANication-Mann auch noch die Mühe, seinen Beitrag zu leisten. Beim Beladen des Stauraums rennt er sowas von umgebremst in das offenstehende Seitenfenster, dass ihn wohl nur seine Brille vor größeren Verletzungen schützt. Es bleibt bei drei haarfeinen Schnitten direkt unterm Auge und einem stattlichen Veilchen. Die Brille bleibt unbeschadet. Puh, meinen Pleiten, Pech und Caravan Artikel hätte ich aber auch anders promoten können. Notiz an uns selbst:

Im Abbau-Betrieb sind ALLE Fenster IMMER geschlossen zu halten.

Nur die Harten kommen in den Camping-Garten und so wird trotz Verletzung tapfer abgebaut, angehangen und losgefahren. Wir haben Zeit, denn entlang unserer nächsten Station verläuft die Strecke der Tour de France und wir wollen ja schließlich niemandem das gelbe Trikot vermasseln, weil wir mit unserem Gespann die Straßensperre durchbrechen. Gucken würde ich ja schon gerne, aber ich bezweifle, dass wir das Glück haben, an der Strecke einen 12m Parkplatz zu finden.

Von Cavalaire sur Mer nach Vallon Pont d'Arc

So rollen wir also entspannt am späten Nachmittag auf den Camping Nature L’Ardechoise und Holla die Waldfee! So campt man also im 5-Sterne Bereich! Da bleibt einem ja fast die Spucke weg. Schon der Empfang ist außergewöhnlich, die Anlage ist es auch und mit unserem Platz dritte Reihe vom Fluss sind wir auch sehr zufrieden. Eine ausführliche Campingplatz-Bewertung wird es in einem gesonderten Post geben.

Tag 12

Ardèche am MorgenDen ersten Tag auf einem neuen Campingplatz verbummeln wir ja gerne. Wir genießen die Nähe zum Wasser und gehen schon vor dem Frühstück eine Runde schwimmen. Das ist auch ratsam, denn zu dieser Zeit ist der Fluss noch leer. Mann, gibt es auf diesem Platz viel zu erkunden und zu machen: Schwimmen – wahlweise im Fluss oder Pool, Basketball, Tennis, Volleyball, Open-Air-Fitness, Kinder-Basteln, Paddeln und und und. Abends bietet das Restaurant leckeres Essen untermalt von stimmungsvoller Live-Musik. Es gibt also fast keinen Grund den Platz überhaupt zu verlassen. Aber das geht natürlich auch nicht, denn dazu gibt es in der Umgebung viel zu viel zu unternehmen…

Tag 13

…und deswegen klingelt heute auch schon früh der Wecker, denn wir haben uns für eine Führung in der Caverne du Pont d’Arc angemeldet. Aber vorher tagt noch der Familienrat, denn bereits nach einem Tag ist uns klar: hier wollen wir noch länger bleiben. Also wird Dijon kurzerhand um eine Nacht verkürzt. Juchuhuu – ein Hoch auf die Spontanität beim Campen! Schnell noch die Formalitäten erledigt und ab zur Höhle. Ein echtes Highlight in dieser Gegend. Diese Nachbildung der benachbarten Chauvet-Höhle sollte sich keiner entgehen lassen. Die großartige Gestaltung und auch der Ablauf der Führung lässt einen kaum glauben, dass es sich bei der Höhle mit den vielfältigen Steinzeit-Malereien „nur“ um eine Kopie handelt. Diese größte Höhlennachbildung der Welt dient dazu möglichst vielen Menschen eine Art der Besichtigung zu verschaffen ohne dabei das Original zu gefährden. Allerdings erhält man auch in diese Nachbildung nur Einlass, wenn man für eine der Führungen, die in vielen verschiedenen Sprachen und entsprechend auch in Deutsch angeboten werden, angemeldet ist. Möglich ist das bis zu 24 Stunden vorab über die Website. Das Gelände und die übrigen Ausstellungen, in denen sehr anschaulich über das Leben und den Alltag der Steinzeitmenschen informiert wird, kann man auch ohne Reservierung besichtigen, aber nur mit einer Führung durch die Höhle ist es wirklich der volle Genuss!

Fotografieren ist in der Höhle leider verboten. Daher hier nur Impressionen aus der Ausstellung.

Tag 14

Oooohmmm – der Tag beginnt mit einer Stunde Aqua-Yoga am Pool. Körperliche Ertüchtigung wird auf diesem Platz großgeschrieben und dem entziehen auch wir uns nicht. Für den Nachmittag haben wir uns für eine Paddeltour angemeldet. Denn noch bequemer kann man es einfach nicht haben: Direkt auf dem Campingplatz gibt es einen Kanu-Verleih und die Kajaks können quasi vor der Wohnwagentür zu Wasser gelassen werden. Vorab entscheidet man sich, welche Tour gepaddelt wird. Die kurze Tour mit 7km, die mittlere mit 24km oder die Königstour mit 31km.

Paddelstrecken Ardeche

Wir entscheiden uns für die kurze Tour – erstmal austesten. Wir lassen uns von der eitlen Kinderschar und dem tiefenentspannten Mitarbeiter des Verleihs davon überzeugen, dass auf dieser leichten und mit nur wenig Stromchnellen ausgestatteten Teilstrecke keine Helme von Nöten sind. Dumm, wie wir später sehen werden! An der zweiten Schnelle sehen wir ein junges Paar,  das es ganz schön aus den Sitzen gehauen hat. Sie schaut erschrocken auf das Wasser, während er sich den offenbar angeschlagenen Kopf reibt. Diverse verlorene Cappies treiben auf dem Fluss und wir verfluchen uns, dass wir nicht auf Helmen für die Kinder UND uns bestanden haben. Hmm, wir paddeln deutlich angespannt weiter. Die handgemalte Karte des Verleihs immer fest im Blick. Gut, hier besteht auf jeden Fall noch Optimierungsbedarf, denn richtig klar sind die Zeichnungen auf der Karte den realen Felsbrocken nicht zuzuordnen. Einen eingezeichneten Felsen vor einer Stromschnelle meinen wir auf 1.000m ganze 3x zu identifizieren. Dennoch – wir kommen glücklicherweise unbeschadet hindurch und paddeln schließlich unter dem Wahrzeichen der Gegend – dem Pont d’Arc hindurch. Sehr beeindruckend, wenn man die gefühlt 2.000 weiteren Touristen, die sich hier tummeln, baden und klettern, einfach mal ausblendet. Manno-Meter, der Sonntagsandrang im Strandbad Wannsee zu Mauerzeiten war nichts dagegen.

Pont DArc

Nach einem kurzen Picknick an einem ruhigeren Abschnitt des Flußufers kommen wir schließlich an unserem Zielpunkt. Hier erwartet uns ein Bus, der uns und die Kajaks wieder zurück zum Campingplatz bringt. Ich sag doch: Bequemer geht es nun wirklich nicht mehr.

Notiz an mich selbst:

IMMER einen Helm verlangen. EGAL was die eitlen Kinder und die studentischen Aushilfskräfte des Verleihs dir erzählen wollen!

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